vampirismus

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Die wissenschaftliche Diskussion - Der Mythos ensteht 

Als die Welt etwas von den Vampiren erfahren sollte, war es Anfang des 18. Jahrhunderts. Eine rätselhafte Epidemie wütete damals immer wieder unter der Bevölkerung Serbiens, d.h. im Grenzgebiet zum Osmanischen Reich, das seinerzeit von den Militärbehörden der österreichisch, kaiserlichen und königlichen Monarchie (K.u.K.) verwaltet wurde.

Die beunruhigenden Berichte über diese Krankheit gelangten nach Wien und schließlich, über Zeitungen oder durch direkte Anfragen an Universitäten, bis nach Deutschland.

Es drohten Massenauswanderungen der Grenzbewohner aus Angst vor den unheimlichen Vampiren. So genehmigten die damaligen Behörden schließlich die Exhumierung derjenigen Leichen, die von der Bevölkerung als Vampire verdächtigt wurden.

Zu ihrem Entsetzen mußten die herbeigerufenen Beamten dabei feststellen, da?sie es offensichtlich mit jenen blutsaugenden Toten zu tun hatten, von denen sie in den Erzählungen der Dorfältesten gehört hatten und "so sie vampyri nennen" (siehe. hierzu (1)).

Noch heute findet man in dem Hofkammerarchiv in Wien die furchteinflößenden Dokumente in denen die schrecklichen Ereignisse jener Zeit festgehalten werden.

Unter besagten Dokumenten findet sich auch der Bericht des Kameralprovisors Formbald, den dieser Anfang des Jahres 1725 für seine Vorgesetzten in Wien verfaßt hatte und in dem er die Folgen jener rätselhaften Seuche in dem slawonischen Dorf "Kisolowa" beschrieb.

Die Dorfbevölkerung erzählte ihm, da?9 Menschen innerhalb von 8 Tagen nach 24 stündiger rätselhafter Krankheit verstarben. Dabei gaben die Angehörigen die Aussagen der Sterbenden zu Protokoll, die alle einhellig immer wieder ein grauenhaftes Geschehen erzählten, da?nämlich (siehe. hierzu (2)): "verschiedener Peter Plogojowiz zu ihnen im Schlaf gekommen, sich auf sie gelegt und gewürget, da?sie nunmehro den Geist auffgeben müsten".

Aus den überlieferten Berichten lassen sich im nachhinein folgende Symptome jener Vampirkrankheit zusammenfassen (vgl. hierzu (3)):

    Die Patienten klagten über anhaltenden Brechreiz. Schmerzen im Magen- Darmtrakt; sowie Nieren- , Rücken- , Schulterblatt- und Hinterkopfbereich. Sie klagten über Abnahme der Sehfähigkeit, Gehörschwäche und Sprechstörung.

    Die Angehörigen der Betroffen gaben zu Protokoll, da?die Kranken plötzlich in der Nacht schreiend und unter Zittern hochschreckten, sie klagten dabei über Verengungen der Atemwege und hitzigen Aufwallungen, einhergehend mit dem Symptom der Herzangst und Schmerzen in der Herzgegend sowie im Magenmund. Nach einem solchen Anfall folgte der Alptraum, in dem die Kranken immer wieder von den Untoten berichteten, die zu ihnen kamen und ihnen das Leben aussaugten. Innerhalb von wenigen Tagen nach einem solchem Anfall verstarben die Betroffenen völlig entkräftet und ausgezehrt.

    Die hinzugerufenen Ärzte fanden bei den Patienten eine deutliche Austrocknung (Exikose), einhergehend mit unstillbarem Durst, unregelmäßigen Puls, Wechselfieber und manchmal rötlich/bläuliche Flecken unter den Brustknorpeln, oder an anderen Stellen am Körper. Insgesamt aber standen die Mediziner völlig machtlos an den Betten der Sterbenden und mußte hilflos mit ansehen, wie die Krankheit ihre Opfer innerhalb kürzerster Zeit dahinraffte.

Die Erzählungen der Dorfbevölkerung über die Vampire schienen sich bei den Exhumierungen zu bewahrheiten. Die Merkmahle, die sie an den unverwesten Leichen, selbst nach mehrwöchiger Liegezeit im Grab, entdeckten, waren für sie unmißverständlich Hinweise für die Existenz der Vampire (vgl. hierzu (4)):

  1. Unverweslichkeit
  2. Ausflu?von Blut aus Nase, Ohren, Augen, Mund und Geschlechtsteilen
  3. fortgesetztes Wachstum von Haaren, Bart und Nägeln
  4. Ablösung der Epidermis mit Bildung einer Art "neuen Haut" darunter
  5. Dabei ein gesundes, aufgedunsenes Aussehen, wie man es an dem
  6. Verblichenem zu Lebzeiten nicht kannte
  7. Das "wilde Zeichen"= Der Peniserektion bei Männern, usw.

Die Epidemie schien also nicht nur die Lebenden zu betreffen, sondern auch in einer unheilvollen Verbindung mit den Toten zu stehen, so da?diese nicht einmal in ihren Gräbern Ruhe finden konnten.

Die Behörden standen vor einem scheinbar unlösbaren Rätsel und suchten Rat unter den Gelehrten.

Diese versuchten nun ihrerseits in wissenschaftlichen Debatten, bzw. durch philosophische und theologische Konstrukte das Rätsel über die Erscheinung der Vampire und ihrer Verbindung zu den Kranken zu lösen.

Ein Beispiel, für die vielen Theorien die damals diskutiert wurden, war die Theorie des Astralkörpers bzw. Astralgeistes. Eine Theorie, die auf Paracelsus zurückgeführt wird und nach der der Mensch neben Körper und Seele noch über einem dritten Anteil verfügt, nämlich besagtem Astralgeist.

Nach dieser Vorstellung wurden mit dem Tod diese Anteile getrennt und während dabei die Seele zu Gott zurückkehrt und der Körper verwest, sollte jener Astralgeist noch eine länger Zeit benötigen, um sich in Luft aufzulösen. Die Eigenschaften des Astralgeist sollten subtil, körperlicher Art und zeitweilig unverweslich sein und so erklärte dieses philosophische Gebilde viele der Phänomene, die an den Vampiren so geheimnisvoll erschienen (vgl. hierzu (5)).

Allerdings war damals schon selbst für die mit den Untersuchungen beauftragten Kontrolleure auffällig, da?die Seuche gewissen Gesetzmäßigkeiten folgte, so da?sie sogar Risikogruppen feststellen konnten.

Immer wieder wurden die serbischen, rätzischen und walachischen Grenzer von der Vampirseuche befallen. Also Menschen orthodoxen Glaubens, für die das Zeichen der Unverweslichkeit als eine Strafe Gottes für Exkommunizierte angesehen wurde (vgl. hierzu (6)). Die Seuche wütete während der Wintersaison und dabei zunächst unter den Personen, die dem vermeintlichen Vampir nahestanden, seiner Frau, seinen Kindern usw. Auch traten die Angstattacken mit dem anschließenden Alptraum vorwiegend in den Abendstunden auf.

Die dort stationierten Soldaten und deutschstämmigen Siedler allerdings bleiben verschont (vgl. hierzu (7)). Außerdem waren nicht alle Gebiete Serbiens betroffen, sondern, nur die Regionen der östereichischen Militärgrenze, die durch die Militärkonflikte und immer neuen Grenzverschiebungen mit dem Osmanischen Reich, oft ihren Besitzer gewechselt hatten (vgl. hierzu (8)).

Interessant dabei ist, da?frühere Zeitungsberichte aus den Jahren 1693 und 1694 des "Mercure Galanta", die von Vampiren und wiederkehrenden Blutsaugern in Polen und Rußland berichteten (vgl. hierzu (9) und (10)), sowie einschließlich Frombalds oben erwähnter Bericht, die akademischen Gemüter längst nicht so erregten, wie die im Jahre 1732.

Trotzdem gilt das Jahr 1725 als dasjenige, in dem durch die Veröffentlichungen des "Wienerisches Diarium", das Wort von jenen blutsaugenden Untoten "so sie vampyri nennen" an die Universität zu Leibzig und damit nach Deutschland gelangte (vgl. hierzu (11)) . In der Folge schrieb Michael Ranft sein Traktat "Von dem Kauen und Schmatzen der Todten in Gräbern", da?1728 (Neuauflage 1734) erschien und damals als Standardwerk über Vampirismus galt (vgl. hierzu (12)).

Ein Grund dafür, da?die erste große Vampirdebatte erst im Jahr 1732 losbrach, mag darin liegen, da?in diesem Jahr die Gelehrtenwelt gleich auf mehren Wegen von der unheimlichen Vampirepidemie in dem serbischen Dorf Medwegya  (vgl. hierzu (13)) erfuhr:

  1. Über direkte Anfragen des Belgrader Generalkommandanten an die Universität Tübingen und die königliche Preußische Societät der Wissenschaften in Berlin.
  2. Durch eine Anfrage des Offiziersanwärters von Kottwitz an die Kaiserlich Leopoldinische Akademie der Naturforscher in Altdorf. 
  3. Über den Wiener Arzt und Korrespondent der Nürnberger Zeitschrift "Comercium Litterarium" Johann Friedrich Glaser , dessen Sohn an den Untersuchungen von Medwegya beteiligt war .

Diese Nürnberger Zeitschrift "Comercium Litterarium" ist ein gutes Beispiel für die in der Zeit der Aufklärung überall aufkommenden wissenschaftlichen Zeitschriften.

Es war eine in lateinischer Sprache verfaßte Wochenzeitschrift, die aktuelle medizinische Themen für ein breites Publikum, von Akademikern bis zu dem interessierten Bürgertum publizierte. Dieser Zeitschrift sollte in der folgenden ersten großen Vampirdebatte des Jahres 1732 eine zentrale Bedeutung zukommen (vgl. hierzu (14)).

Sie sorgte dafür, da?der Begriff "Vampyrus Serviensis" schon bald in aller Munde war.

Die hitzigen Diskussionen jener Zeit können mit recht als die Geburtsstunde der modernen Vampirlegende bezeichnet werden. Die Echos dieser Debatten fanden sich auch in Zeitungen Frankreichs, Englands, Hollands und Italiens und verhalfen so den Vampiren zu ihrer ersten traurigen Berühmtheit :


 
Resümee des Autors

Ein kurioses Ereignis der Geschichte, da?gerade die Wissenschaftler der Aufklärung einen Mythos erschufen, obwohl gerade sie sich verpflichtete sahen, die Kultur des Menschen von Mystizismus und Aberglauben zu befreien. Insbesondere, da durchaus gute und vernünftige Erklärungen für die Vorgänge bei der Verwesung, zumindestens zum Teil, bekannt waren (vgl. hierzu (15)).

Aber noch waren die Gelehrten selbst zu sehr vom philosophischen und theologischen Gedankengut ihrer Zeit beeinflußt. Denn sie trennten nicht die unterschiedlichen Aspekte in den Berichten, d. h. den Aberglauben, so wie er sich in den Erzählungen der Dorfbevölkerung äußerte und die objektiven Untersuchungsergebnisse der Beamten.

Sondern Sie bezogen den Aberglauben neben philosophischen und theologischen Gedanken in ihre Erklärungsmodelle ein, um die Fragen zu beantworten, die sie mit ihrem damaligen Wissenstand nicht lösen konnten (vgl. hierzu (16) und (17)).

Bis zum Ende der 60er Jahre des 18. Jahrhunderts. verloren die Menschen das Interesse an der Diskussion über Vampire und schließlich wird Vampirismus von Jaucourt 1765 unter der Rubrik "Geschichte des Aberglauben" für die Encycopédie abgehandelt.

Der Vampir versank in Vergessenheit, nachdem sein wissenschaftliches Leben gerade einmal etwas mehr als dreißig Jahre gedauert hatte (vgl. hierzu (18)).

Doch die Vampire waren damit keineswegs tot, sondern sie sollten sich bald wieder in einer neuen Zeit den Menschen vorstellen.

Die Vampire Anfang des 18. Jahrhunderts waren noch reichlich unscheinbare Wesen im Vergleich zu ihren Nachkommen, die dann in der Epoche der Romantik zurückkamen, um mit der Eleganz eines Lord Ruthvens aus W. Polidoris Geschichte "Der Vampyr" und dem erotischen Vampirbi?eines Grafen Dracula aus Bram Stokers Roman, die Salons der bürgerlichen und der feineren Gesellschaft zurückzuerobern (vgl. hierzu (19) und (20)).

Fast könnte man glauben, da?der Zeitpunkt den sich die Vampire ausgesucht hatten, um der ganzen Welt von ihrer Existenz zu berichten, nicht hätte besser gewählt sein können.


 

(1) Hamberger K. , S.43  
(2) ders. S.43&44                                                                                                                                                     (3) ders. S.9&10                                                                                                                                                                                                    (4) u. (15) ders. S.12 s. Litverz.ders. 
(5) ders. S.32 s. Litverzders. 
(6) Sturm D. und Völker K. , S.508&523                                                                                                                          (7) Hamberger K. , S.10ff.   
(8) ders. S.19ff. 
(9) Sturm D. u. Völker K., S.506                                                                                                                                (10) Hamberger K., S.73
(11) Kluge F., S.852  
(12) Sturm D. u. Völker K., S.519                                                                                                                              (13) Hamberger K., S.22
(14) ders. S.28  
(16) Sturm D. u. Völker K.,S.520
(17) Hamberger K., S.13 
(18) ders. S.8
(19) Sturm D. u. Völker K., S.505                                                                                                                               (20) Hamberger K.,S.15ff.  

 

 

Die "Blutgräfin"  Elisabeth von Báthory

Elisabeth Báthory wurde 1560 geboren und gehörte einer der mächtigsten und vornehmsten ungarischen Familien der damaliegen Zeit an, die ?Ironie der Geschichte ?weitläufig mit dem Hause Dracula verwandt war. Der Reichtum der Báthory war gewaltig und überstieg den des ungarischen Königs Matthias II., der sogar ihr Schuldner war.

Die ständige Heirat innerhalb der ungarischen Adelsfamilien, durch die ihr Besitz zusammengehalten werden sollte, hatte allerdings zu einer genetischen Degeneration geführt. Elisabeth selbst litt an epileptischen Anfällen; einer ihrer Onkel war ein bekannter Satanist; ihre Tante Klara eine sexuelle Abenteurerin, und ihr Bruder Stephan ein Trinker und Wüstling.

Elisabeth wurde im Alter von elf Jahren mit Ferenc Nádasdy, dem Sohn einer anderen ungarischen Adelsfamilie verlobt, der später den Beinamen der "Schwarze Ritter" erhielt. Nádasdy war ein grausamer Krieger und bei den Feldzügen gegen die Türken bereitete es ihm Vergnügen, türkische Gefangene zu foltern. Er soll seiner Frau sogar einige Foltertechniken beigebracht haben.

Die Beiden heirateten im Jahre 1575 und zogen auf den Familiensitz derer von Nádasdy.

Da der Graf wegen des Krieges immer sehr lange fort war, langweilte sich Elisabeth fürchterlich. Sie verlie?das Schlo?mit einem blassen jungen Adligen, der den Ruf hatte ein Vampir zu sein.Doch auch dieser brachte ihr nur vorübergehende Zerstreuung und sie kehrte zurück. Ein Diener und eine Amme weihten sie in die Kunst der schwarzen Magie ein und aus den Spielen mit ihren Dienerinnen wurden diese bizarren Rituale.

Trotzdem verwirklichte Elisabeth ihre gewaltätigen sexuellen Phantasien erst nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1604 vollkommen ungehemmt. Ihr Sadismus richtete sich dabei ausschließlich gegen Mädchen oder junge Frauen in ihrer näheren Umgebung. So liebte sie es, ihre Dienerinnen zu beißen und ihnen das Fleisch von den Knochen zu reißen. Einer ihrer Spitznamen war "Tigerin von Cachtice", nach dem Schlo?benannt, in dem sie sich überwiegend aufhielt.

Außerdem praktizierte sie mit Wonne verschiedene grausame Foltermethoden. Mitunter steckte die grausame Elisabeth ihren Dienerinnen Nadeln in den Körper und unter die Fingernägel oder legten ihnen rotglühende Münzen oder Schlüssel in die Hand. Auch lie?sie im Winter Mädchen in den Schnee werfen und mit kaltem Wasser übergießen, so da?sie erfroren. Da die Opfer der Báthory, die möglicherweise in die Hunderte gingen, ausschließlich ihrem eigenen Geschlecht angehörten, liegt es nah zu vermuten, da?die Blutgräfin homosexuell veranlagt war. Dafür spricht auch, da?sie sich als junges Mädchen hauptsächlich männlichen Beschäftigungen wie der Jagd und dem Reiten zugewandt hatte und sogar mit Vorliebe männliche Kleidung getragen haben soll.

In den Beziehungen zu ihren Dienerinnen nahm sie die Position einer grausamen Domina ein. Auch wenn sie nicht in Mädchenblut badete, mu?Blut auf sie doch eine ausgesprochen berauschende Wirkung gehabt haben. Trotz ihrer sexuellen-sadistischen Raserei in einem Zustand hysterischer Ekstase nimmt man an, da?die grausame Gräfin bei Verstand und sich ihrer Neigungen voll bewußt war.

 

Der Mythos

Trotz der ungeheuren und kaum kaschierbaren Verbrechen, die die Blutgräfin geging, blieb sie lange Zeit ungeschoren. Schließlich war sie die Herrin, eine ungarische Aristrokatin, Ihre Dienerinnen und Opfer hingegen Slowakinnen oder von ihren Häschwern aus umliegenden Dörfern geraubte Mädchen. Mit den zahlosen Leichen ging Elisabeth recht sorglos um. Häufig verstaute sie sie einfach unter den Betten im Schlo?und wenn sie zu sehr zu stinken anfingen, warfen sie ihre Diener auf die umliegenden Felder. Da die Leichname durch die zuvor erlittenen Tortouren vollkommen ausgeblutet waren, nährte dies bei den Bauern den Vampirglauben.

Zum Verhängnis wurden der Báthory ihre Untaten erst, als ihr die einfachen Dienerinnen als Opfer nicht mehr reichten und sie adlige Jungfrauen zu ihren nächtlichen, sadistischen Spielen zu locken begann. Als 1611 endlich ein Proze?gegen sie stattfand, wurde die Gräfin jedoch nicht zum Tode verurteilt. Während man ihre Komplizen, nach verschiedenen Folterungen, bei lebendigen Leib auf dem Scheiterhaufen verbrannte, wurde die Báthory glimpflicher behandelt. Sie wurde im Schlafzimmer auf ihrem Schlo?Cachtice bei zugemauerten Fenstern eingesperrt. Hier dämmerte sie als "lebender Leichnam" ihrem Tod im Jahre 1614 entgegen.

Bereits zu Lebzeiten waren Gerüchte über das tolle Treiben der Gräfin im Umlauf gewesen, welche sich um so mehr mit der Phantasie des Volkes vermischten, als die Nennung des Namens Elisabeth Báthory nach Publikwerden ihrer Verbrechen in Ungarn lange Zeit einem Tabubruch gleichkam. Die blutleeren Leichen, welche von den Bauern auf ihren Feldern gefunden worden waren, hatten das ihre dazu beigetragen, da?die grausame Gräfin zur Blutgräfin wurde. Allerdings erfuhr ihre Grausamkeit eine ganz eigene Interpretation. Wohl mit auf der erwiesenen Eitelkeit der Gräfin beruhend, entstand die Vermutung, sie habe in dem Blut der von ihr getöteten Mädchen gebadet, um sich dadurch selbst ewige Jugend und Schönheit zu verschaffen. Man wußte sogar zu sagen, wie die Gräfin, die das Welken ihrer Schönheit als bitter empfand, auf dieses ungewöhnliche Schönheitsrezept verfallen war.

So soll sie, als ihre Kammerfrau sich beim Frisieren einmal ungeschickt anstellte, ihr so heftig ins Gesicht geschlagen haben, so da?Blut aus ihrer Nase auf die Hand der Gräfin tropfte. Nachdem Elisabeth voll Ekel das Blut mit einem Taschentuch abgewischt hatte, stellte sie mit erstaunen fest, da?die Haut an dieser Stelle ein rosiges, jugendfrisches und wesentlich besseres Aussehen als die anderen Hautparien zeigte. Hierdurch sei sie auf den Gedanken gekommen, sich ganze Blutbäder zu verschaffen und zu diesem Zweck seiein 650 Jungfrauen von ihr hingeschlachtet worden. Aus purer Eitelkeit also soll die Gräfin getötet haben, da ihr das Blut der Jugend als die kostbarste und wirkmächtigste Kosmetika erschien.

 

"Es war seine Lust und gab ihm Mut,                                                    
wenn er sah fließen Menschen Blut!"

Vlad Tepes ?der historische Dracula

1431 wird Vlad Tepes in der Festungtsstadt Schäßburg in einem Gasthof geboren. Eine Notunterkunft, denn sein Vater Vlad II. befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade mit seiner Familie im Exil.

1456 wird Dracula zu Vlad III. gekürt und als dieser "Selbstherrscher, großer Vojevode und souveräner Herrscher und Herr aller Länder der ungarischen Walachei und der Gebiete jenseits der Gebirge".

Den zahlreichen Überlieferungen nach war Vlad III. ein Meister vornehmlich dreier Künste:

1.      der diplomatischen, mit der er jahrelang zwischen dem König von Ungarn und dem osmanischem Sultan um seine Unabhängigkeit lavierte

2.      der militärische, mit der er seine Hirten- und Bauernhaufen gegen die Länder jenseits der Donau führte

3.      und der, der grausamen Menschenpfählung.

Diese letzte Kunst verdankte er seinen weiteren Beinamen: Tepes ?der Pfähler.

Trotz seines diplomatischen Geschickes wurde Dracula 1462 auf Befehl des ungarischen Königs Matthias Corvius auf die Hochburg Visegrád nach Ungarn gebracht. Dort führte er aller Wahrscheinlichkeit nach ein Dasein als Fürst unter Hausarrest.

1476 lie?König Corvinus seinen Gefangenen wieder frei, und Fürst Vlad III. erhielt erneut Amt und Würden als Herrscher über die Walachei. Doch seine wiedergewonnene Macht währte nicht lange ?ein Jahr später wurde er getötet.

Als Kriegsherr war Vlad Tepes kühn: Im Winter 1461 forderte er keinen Geringeren als den Eroberer von Konstantinopel, Sultan Mehmed II., zum Kampf heraus. Die militärischen Auseinandersetzungen, die sich bis kurz vor Draculas Festnahme durch den ungarischen König erstreckten, gehören mit zu der am meisten beachteten Episode aus seiner Laufbahn.

Sein Einfallsreichtum, seine Tapferkeit, seine Strategie und Taktik, machten ihn überall in Europa berühmt. Denn wer immer ihm widersprach, ihm auffiel, sich von ihm beim kleinsten Vergehen ertappen lie? dem drohte, wie allen seinen Kriegsgefangenen, der Tod.

Gesandten lie?er die Hüte, die sie vor ihm zu ziehen versäumten, auf die Köpfe nageln. Bettler und andere "unnütze Fresser" wurden auf sein Befehl hin verbrannt. Streng ging Vlad Tepes auch gegen die vor, die seine sexuellen Puritanermoral mißachteten. Frauen, die ihre Geschlechtslust außerehelich auslebten, wurden ebenso mit dem Tod anheimgegeben wie "unkeusche" Witwen oder Mädchen, die ihre Jungfrauenschaft nicht bewahrten.

Meist wurden zuvor ihre Sexualorgane verstümmelt, wie Dracula neben seiner Leidenschaft, dem Pfählen, überhaupt eine Lust daran hatte, Menschen zu verstümmeln, zu zerhacken, zu häuten, zu rädern, zu blenden oder wilden Tieren vorzuwerfen.

Zigeuner, die gestohlen hatten, wurden sofort zum schimpflichen Tod am Galgen verurteilt. Als einige Stammesbrüder einmal um Milde gegenüber den Verurteilten baten und sich dabei auf eine vom deutschrömischen Kaiser Sigismund ausgestellten Urkunde beriefen, die das Hängen von Zigeunern verbot, erregten sie den Zorn des Herrschers. Der durch diesen Hinweis in seinem Souveränitätsstolz gekränkte Vlad III. lie?darauf hin die Missetäter braten und sieden und zwang die übrigen Zigeuner, sie anschließend zu verspeisen.

Dracula selbst liebte es, seine Mahlzeiten zwischen den von ihm gepfählten Feinden und Missetätern einzunehmen. Die von ihm zum Pfahltod Verurteilten wurden lebendigen Leibes mit dem Anus auf die zugespitzten Pfähle gesetzt. Der Tod war so ein äußerst qualvoller und trat erst nach Stunden, manchmal erst nach Tagen ein, wenn sich der Pfahl durch das Eigengewicht des Verurteilten weit genug in dessen Leib eingerammt hatte.

Als Mehmed der Eroberer 1462 den kühnen Feldherrn Vlad zurückschlug, soll er mit seinem Heer bei der walachischen Hauptstadt Tirgoviste eine halbe Stunde lang an 20 000 gepfählten Türken und Bulgaren vorbeimarschiert sein. Die Leichen waren bereits seit Monaten aufgespießt und der Verwesung und den Vögeln ausgesetzt. Der Horrorwald erfüllte selbst den hartgesottesten Betrachter mit Grauen und führte zum Rückzug der entsetzten Türken.

Ein zeitgenössischer Chronist berichtete:"Sogar der Sultan war überwältigt und mußte eingestehen, da?er das Land eines Mannes, der zu solchen Maßnahmen greift und seine Herrschaft in dieser Weise auszunutzen wei? nicht erobern kann. Ein Mann, der solche Taten begehe, ist noch viel schrecklicherer Dinge fähig."

1477 fand Dracula in einer Schlacht, vermutlich durch die Hand eines Meuchelmörders, den Tod. Türkische Sodaten trennten daraufhin seinen Kopf von seinem Rumpf ab und schickten ihn nach Konstantinopel zu seinem Gegner Mehmed II. als Beweis dafür, da?der gefürchtete Pfähler tatsächlich tot war. Nachdem Mehmed ihn begutachtet hatte, wurde er öffentlich zur Schau gestellt.

Anfang 1900 wurde Draculas vermeindliches Grab entdeckt. Als man es öffnete fand man nicht einmal seinen enthaupteten Körper. Vlad Tepes geriet damals tatsächlich in Verdacht, ein Vampir zu sein...........Ob sein Leib nun als Vampir durch die Welt wandelt, mag dahingestellt bleiben, der Name Dracula hat sich jedenfalls als unsterblich erwiesen!!!!

 

 

 

 

 

Vampir-Lexikon (und vieles dazugehörendes...)

Alp (Alb)
Nächtlicher Unhold in der Art des Inkubus, dessen bevorzugte Opfer schlafende Frauen sind. Er wird als Dämon oder Geist eines kürzlich Verstorbenen beschrieben. Meist wird er als häßlicher Kobold oder in Tiergestalt dargestellt. Obwohl nicht gewalttätig, kann er seinen Opfern schweren Schaden zufügen, wenn er sie nicht nur "drückt", sondern durch den Mund in sie eindringt oder ihnen das Blut aussaugt. Ganz besonders liebt er Muttermilch oder Kuhmilch.

 

Alucard
Der Name Draculas rückwärts gelesen. Er wurde im amerikanischen Film Son of Dracula(1943) von Robert Siodmak als Psydonym für den adligen Blutsauger verwendet.

 

Aluka
Das hebräische Wort für Blutegel bzw. Blutsauger kommt in der Bibel in den Sprüchen Salomos 30,15 vor:Der Blutegel hat zwei Töchter, die heißen:"Gib her, gib her!" Der aluka wird als blutrünstigster Dämon oder Konig der Vampire bezeichnet.

 

Asanbosam
Vampir, von dem die im Süden Ghanas lebenden Aschanti sowie Stämme in einigen Regionen der Elfenbeinküste und Togos berichten. Die Asanbosam hausen im Urwald und sehen wie Menschen aus, nur haben sie Zähne aus Eisen und Beine mit hakenartigen Fortsätzen. Sie baumeln im Geäst und schnappen sich jeden, der das Pech hat, unter einem sochen Baum vorbeizukommen.

 

Aswang
Eine der vielen Vampirspezies der Philippinen. Die Aswang nimmt tagsüber die Gestalt einer schönen Frau an und sucht nachts als fliegendes Ungeheuer die Menschen heim. Sie steckt ihre lange, dünne, hohle Zunge durch eine Ritze im Dach und labt sich am Blut der Schlafenden, vorzugsweise an dem kleiner Kinder. Nach dem Mahl ist ihr Bauch so dick wie der einer Hochschwangeren. Wenn eine Aswang den Schatten eines Menschen aufleckt, muss dieser bald darauf sterben. Wer sich mit Knoblauchsaft einreibt, ist vor ihren Nachstellungen gefeit.

 

Bajang
Bltutrünstiger Dämon in Malaysia, männliches Gegenstück zur weiblichen Langsuir . Er entsteht angeblich im Körper eines Totgeborenen und kann von Hexen und Zauberern daraus hervorbeschworen, domestiziert und für böse Zwecke nutzbar bemacht werden. Dazu wird er in einem Tabong gehalten, einem Bambusbehälter, der mite einem Pfropf aus bestimmten Blättern verschlossen und mit Amuletten versehen wird. Der Bajang muss mit Milch und Eiern gefüttert werden, damit er sich nicht gegen seinen Herrn wendet. Dieser schickt ihn in Gestalt eines Marders Leuten auf den Hals, die dann von einer mystriösen Krankheit befallen werden.

Baobhan-sith
Schottische blutsaugende Dämonin, die in Gestalt eines schönen, grün gekleideten Mädchens arglose Jünglinge in den Tod lockt.

Batak
Medizinmann auf Sumatra, dessen Spezialität die Bekämpfung von blutsaugenden Wiedergängern ist. Er beschwört die Seelen jener zurück, die als Opfer vampirischer Aktivitäten dahinsiechen, wozu ihm, nebst den vorgeschriebenen Ritualen, der auf die Seele wirkende Knoblauch dient.

Beinhaus
Bauten auf oder außerhalb von Friedhöfen, in denen die Gebeine Verstorbener aufbewahrt wurden. Sofern es sich nicht um eigentliche Krypten für verdienstvolle Prister und Ordensleute handelte, dienten diese Beinhäuser mancherorts auch als letzte Ruhestätte jener, die als unrein und gottlos galten und von der Gesellschaft ausgestoßen worden waren. In Rußland gab es solche Gruften oder Gruben für die Leichen von Ketzern. In Bayern war es Brauch, frisch Verstorbenen einige Tage lang in besonderen Häuschen aufzubahren; damit wollte man sicher gehen, dass sie nicht etwa nur scheintot oder gar im Begriff waren, sich als Wiedergänger zu verwandeln. Solche Beinhäuser, übelriechend und oft Brutstätte von Krankheiten, wurden von den Menschen als unheimlich, von allerlei dunklen Mächten bevölkerte Orte gemieden, was sie zu einem idealen Aufenthaltsort für Vampire machte.

Bhuta
Auf dem indischen Supkontinent verbreitete Bezeichnung für Totengeister, die in vielerlei Gestalten erscheinen. Nach dem Volksglauben handelt es sich um die Seelen von Menschen, die eines gewaltsamen Todes gestorben sind oder Menschen, die nicht mit den üblichen Ritualen bestattet worden sind. Sie treiben sich des Nachts auf Verbrennungsplätzen und Friedhöfen oder in dunklen, einsamen Gegenden herum und überfallen Wanderer, die nach einem solchen Überfall erkranken und oft sterben müssen. Manche begnügen sich aber auch damit, allerlei Schabernack anzustellen.

Blutbrot
In osteuropäischen Ländern, besonders in Polen, galt das Blut angeblicher Vampire als Abwehrmittel gegen eben diese Vampire. Man fing das Blut eines durch Enthauptung oder Pfählung unschädlich gemachten Untoten auf, verrührte es mit Mehl zu einem Teig und bereitete eine Art Gebäck. Wer davon a? war gegen Angriffe gefeit.

Chios
Insel im Ägäischen Meer, auf der Homer gelebt haben soll. Bei den Einheimischen war der Vampirglaube stark verbreitet. Als Präventivmassnahme legte man den Verstorbenen ein aus Baumwolle oder Wachs geformtes Kreuz auf die Lippen und gab ihnen eine Tonscherbe mit der Aufschrift "Jesus Christus siegt" mit ins Grab.

Chordeva
Bezeichnung für eine vampirartige Hexe bei den Oraon, einem dravidischen Stamm in Bengalen. Die Chordeva kann sich in eine schwarze Katze verwandeln. Sie schleicht in die Häuser, wo Kranke liegen, frißt ihnen die Nahrung weg und leckt ihnen die Lippen ab, so dass sie sterben müssen. Sie hat ein unheimliches Miauen und ist fast nicht zu fangen. Verletzungen die man der Katze zufügt sind auch bei der Hexe zu erkennen. Wird das Tier gefangen, nimmt es wieder menschliche Gestalt an und entwischt. Eine Identifizierung ist fast unmöglich und viele Frauen wurden verbrannt, da man sie zu erkennen glaubte.

Churel
Vampirartiges Rachegespenst in Indien, das entsteht, wenn eine Schwangere am Tag des Devali-Festes stirbt. Die Geister dieser Toten erscheinen als vorne weiße, hinten schwarze Scheusale mit Strubbelhaaren, Hängebrüsten, spitzen Zähnen, wulstigen Lippen und dunkelvioletter Zunge. Sie hassen alles Lebendige und werden besonders ihren nahen Verwandten gefährlich. Als vorbeugende Massnahme verbrannte man zusammen mit einer solchen Verstorbenen ein Garnknäul, damit sie über dem Abspulen des Garns ihre lebenden Angehörigen vergessen.

Danag
Vampire auf den Philippinen, ursprünglich , ein dem Menschen wohlgesinntes Wesen, das dem Inselvolk sogar die wichtige Nahrungspflanze Taro brachte. Die gute Partnerschaft ging aber in die Brüche, als sich eine Bäurin in den Finger schnitt, worauf ein hilfsbereiter  Danag an der Wunde leckte und das Blut so schmackhaft fand, dass er die Frau bis zum letzten Tropfen aussaugte.

Dearg-due
Bezeichnung eines Untoten in Irland. Der Name bedeutet "roter Blutsauger". Traditionsgemäß wehrte man den Dearg-due dadurch ab, dass man ein verdächtiges Grab mit schweren Steinen bedeckte. In Waterford soll noch heite eine Frau als Dearg-due mehrmals jährlich ihrem Grab eintsteigen und mit ihren Verführungskünsten Männer ins Verderben locken.

Dhampir
So wurde bei einigen Völkern Südslawiens das von einem Vampir mit seiner Witwe gezeugte Kind genannt. Meist männlichen Geschlechts, galt der Dhampir mancherorts wegen seiner gallertartigen Körperbeschaffenheit als kaum lebensfähig. In manchen Regionen bezeichnete man einen Menschen als Dhampir , der über besondere Kräfte verfügte und deshalb zurVampirbekämpfung hinzugezogen wurde. Noch 1959 soll ein Dhampir in Kosovo ein solches Austreibungsritual vollzogen haben.

 

Doppelsauger
Besondere Form des Nachzehrers, auch Dubbelsüger, Dodelecker, Totenküsser oder Zwiesäuger genannt. Es sind dies Menschen, die als Säugling nach der Entwöhnung noch einmal gestillt wurden, weshalb ihre Lippen-manchmal auch der ganze Körper-nach dem Tode nicht verwesen. So beginnt der Doppelsaupter im Sarg sein eigenes Fleisch zu verzehren und zehrt damit auch an den Kräften eines noch lebenden Verwandten. Um solches zu verhindern, legte man der Leiche eine Münze zwischen die Zähne bzw. ein Brettchen oder ein Rasenstück unters Kinn.

Dornen
Zweigen von dornigen Sträuchern oder Bäumen wurden häufig als Abwehrmittel gegen Vampire verwendet. In Rumänien war es Brauch, Kopf und Füße der Verstorbenen mit Dornranken zu umwickeln oder Dornen auf das Sargkissen zu streuen. Die Slawen durchbohrten die Zungen eines Leichnams mit einem Dorn, um ihn vom Kauen und "Nachzehren" abzuhalten. Manchmal wurde auch der Sarg oder der Grabhügel mit Dornengestrüpp bedeckt, damit sich das Leichentuch eines heraufsteigenden Untoten darin verfange.

Dunkelheit
Die Nacht gilt seit jeher als Domäne von Spukgenstern, Hexen und Untoten. Für Vampire stellt das Sonnenlicht eine existentielle Bedrohung dar, wobei es allerdings Ausnahmen gibt: Den polnischen und russischen Spezies wird nachgesagt, sie seien zwischen Mittag und Mitternacht besonders aktiv. Von praktisch allen anderen wird behauptet, sie hausten an dunklen, feuchtkalten Orten, in der Nähe von Friedhöfen, in Burgruinen oder abgelegenen, leerstehenden Häusern und kömen erst bei Einbruch der Nacht zum Vorschein, nachdem sie tagsüber in einem Sarg oder einer Grube geschlafen hätten.

Eberesche
Auch Vogelbeerbaum genannt, war den germanischen Völkern heilig und wurde auch von den Kelten und Slawen als Götterbaum verehrt. Nach dem Volksglauben schützt die Eberesche nicht nur vor Blitzschlag, sondern auch vor Hexen, Vampiren und anderen bösen Wesen.

Eihaut
Dei den Embryo umschließende Hülle. Damit geboren zu werden, galt in einigen Kulturen als gutes, in anderen als schlechtes Omen. Mancherorts wurden getrocknete Eihäute an Seeleute verkauft, die glaubten, dass ein solcher Talisman vor dem Ertrinken bewahre. In Rumänien und der Ukraine betrachtete man ein mit der Eihaut geborenes Kind als potentiellen Wiedergänger. Die Kaschuben hielten nur eine blutige Eihaut für ein schlechtes Vorzeichen; als vorbeugende und schützende Massnahme wurde sie getrocknet, zerrieben und dem betreffenden Kind ins Essen gegeben.

Eisenhut
Stark giftige Pflanze, je nach Art violett oder gelb blühend, die in Europa, Asien und Nordamerika vorkommt. Der Wolfseisenhut wurde vor allem in England, aber auch in Teilen Deutschlands als Abwehrmittel gegen Werwölfe und Vampire verwendet.

Empuse
Blutrünstiges weibliches Schreckgespenst der griechischen Mythen, der Lamia ähnlich. Sie wird der finsteren Schar zugeordnet, die das Gefolge der Göttin Hekate bildet, und als eine Nacht- oder Mittagsdämonin beschrieben, die menschliche Gestalt annehmen kann.

Enthauptung
Blutrünstige, aber traditionsgemäß effektive Methode, einen Vampir unschädlich zu machen. Sie hat ihren Ursprung vermutlich in der Vorstellung, dass Untote ohne Kopf nicht weiterexistieren können. die Enthauptung wurde in der Regel vom Henker mit dem Schwert oder vom Totengräber mit dem Spaten vorgenommen. Wichtig war, dass der Kopf nicht mehr mit dem Hals oder den Armen der Leiche in Berührung kam, denn man befürchtete, er könne sonst wieder anwachsen. Deshalb legte man den Kopf unter die Füsse der Leiche.

Etemmu (Ekimmu)
Einer der meistgefürchteten Totengeister des assyrischen-babylonischen Kulturkreises. Es handelt sich um die Seele eines Menschen, der im Grab keine Ruhe findet. Die Ursache für die Verwandlun in einen etemmu sind vielfältig: gwaltsamer oder unzeitiger Tod, Tod infolge unerwiderter Liebe, durch Ertrinken oder Verhungern, Tod während der Schangerschaft, unzureichende Totenspende, Nichterfüllung der Bestattungsrituale oder Unterlassung der Bestattung.

Fangzähne
Charakteristisches Merkmal des Vampirs in der Literatur und im Film, das jedoch in der Volksüberlieferung nur selten erwähnt wird. Bei den Ostslawen und Bulgaren z. B. findet man häufiger die Vorstellung, Blutsauger verfügten über eine Art Rüssel oder Zungenstachel. Vermutlich hat der Vampir seine Fangzähne vom Werwolf übernommen, der sich einem verbreiteten Glauben zufolge nach dem Tode in einen Vampir verwandelt .

Fischernetz
Diente besonders bei den Roma zum Schutz gegen Vampire. Ein vor die Tür gespanntes Fischernetz veranlaßt diese angeblich, erst einmal alle Knoten zu zählen, bevor sie sich auf die Suche nach Opfern machen. Dieselbe Funktion wie Netze hatten auch Grabbeigaben in Form von Wollknäulen oder Knotenschnüren, die von den Toten aufgedröselt werden mussten.

Fliege
Insekt, das seit Urzeiten mit Schmutz, Krankheit und bösen Dämonen in Verbindung gebracht wird. Der Teufel wird in der Bibel Beezebub, d. h. Herr der Fliegen genannt. In Russland war die Vorstellung, Vampire könnten sich in Fliegen verwandeln, weit verbreitet. Wenn bei der Verbrennung angeblicher Untoter Fliegen das Feuer umschwirrten, trachtete man danach, sie einzufangen und ebenfalls zu verbrennen. Damit wollte man die "Infektionskette" unterbrechen, die der Vampir in Gang gesetzt hat.

Floh
Blutsaugender Parasit, der gefährliche Krankheitserreger wie den Pestbazillus überträgt. Gerade dieser Eigenschaft wegen wurden Flöhe häufig mit Vampiren in Verbindung gebracht, denn in den Zeiten der großen Pestzüge hatte man den Zusammenhang zwischen dem Rattenfloh und der Verbreitung der Seuche noch nicht erkannt und führte die Plage auf rachsüchtige Untote zurück.

Flug
Fortbewegungsart, die häufig mit Hexerei, Magie und Vampirismus in Verbindung gebracht wurde; wobei man die Fähigkeit des Fliegens vorwiegend weiblichen Untoten zuschrieb. Geflügelte Blutsauger kommen in den Volksüberlieferung von Europa bis Südostasien vor, ebenso in Mexiko und im karibischen Raum. Manche Vampire können allerdings erst fliegen, nachdem sie sich in eine Fledermaus, ein Insekt oder einen Vogel verwandelt haben.

 

Frosch
Gehört zu jenen Tieren, in die sich der Volksüberlieferung gemäß manche Vampire verwandeln können. So glaubte man z. B. in der Walachei, rothaarige Männer würden nach dem Tod zu einer speziellen Art von Vampiren, die sich mit Vorliebe in Frösche verwandelten, um schönen Mädchen das Blut auszusaugen. Die Kombination Frosch-Vampir mag manch einem ziemlich skurill vorkommen, gelten Vampire im allgemeinen als ausgesprochen wasserscheue Wesen.

Gayal
Indischer Totengeist; die Seele eines Mannes, der unverheiratet oder ohne männliche Nachkommen stirbt, so dass die Bestattungsrituale nicht wie üblich von einem Sohn vorgenommen werden können. Aus diesem Grunde bedroht der ruhelose Tote die Söhne seiner Verwandten oder Nachbarn so lange, bis einer von ihnen an Sohnes Statt das Versäumte nachholt. Im Pandschab pflegte man dem Gayal Trankopfer darzubieten, um ihn milde zu stimmen, und schützte die Knaben mit einem Amulett vor seiner Rache.

Gestaltsänderung
Vampiren wird traditionell die Fähigkeit zugeschrieben, sie in ein Tier zu verwandeln, vorzugsweise in eine Fledermaus, symbolisiert durch den flatternden schwarzen Umhang. Sie können aber auch die Gestalt von Wölfen, Hunden, Vögeln, Fliegen, Flöhen, Heuschrecken, Ratten, Mäusen oder sogar Fröschen annehmen oder sich in Pflanzen, Nebelschleier und phosphoreszierende Lichter verwandeln.

Ghul
Leichenfressender Friedhofsdämon des islamischen Kulturkreises. Er gehört der Kategorie der Dschinnen an (von denen manche auch gutartig sind) und tritt fast ausschließlich in weiblicher Gestalt auf. Eine solche Ghul lockt Menschen in den Tod, heiratet zuweilen einen arglosen Mann, der dann mit Entsetzen entdecken muss, welchen kulinarischen Genüssen sich seine Gattin nächterlicherweile hingibt, und kann sogar Kinder bekommen. Charakteristisch für die Ghul ist, dass sich sich vor den üblichen Speisen ekelt.

Grab
Gruben oder auch gemauerte Gruften, in denen die Toten bestattet werden. Veränderungen am Grabe spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Untote ausfindig zu machen. Verräterische Zeichen sind z. B. kleine Löcher rund um das Grab, durch die der Tote in Form eines Nebelschleiers entweicht. Zuweilen weist der Grabhügel Verwerfungen auf, was mit den Bewegungen des Darunterliegenden erklärt wird. Diagnostische Mittel sind Weihwasser, Öl oder Essig; diese Flüssigkeiten beginnen zu brodeln, wenn sie auf das Grab gegossen werden. Man kann auch ein Pferd über den Friedhof treiben; scheut es vor einem Grab, so deutet dies auf das Vorhandensein eines Untoten hin. Ein untrügliches Zeichen für die Präsenz eines Nachzehrers sind kauernde und schmatzende Geräusche; sie verraten, dass der Untote im Begriff ist, sein eigenes Fleisch und das Leichentuch zu verzehren oder sich durch die Erde an die Oberfläche zu fressen.

Hafer
Getreide, dem mancherorts antidämonische Eigenschaften zugeschrieben wurden. Haferkörner, rund um Stall und Hof gestreut, sollten das Vieh vor Verhexung, das Geflügel vor Fuchs und Habicht schützen. In Osteuropa, vor allem in Russland, streute man Haferkörner als vorbeugendes Mittel gegen Vampire auf Gräber.

Hämatophilie
Krankhafte Fixierung auf Blut, welche die davon Betroffenden zwingt, ihren sexuell motivierten Blutdurst zu befriedigen. Diese psychische Störung ist ziemlich selten, dennoch sind verschiedene Fälle bekannt (z.b. Elisabeth Báthory, Gilles de Rais). Meist handelt es sich um äußerlich unauffällige Menschen, die ihre Neigung verheimlichen, aber keien Mühe scheuen, um "Blutspender" zu finden. Gemäß einer Studie über modernen Vampirismus der amerikanischen Forschrin Carol Page, soll es in den USA über 50 000 "Vampire" geben.

Heckenrose
Auch Hundsrose, Hagebutte, Frauenrose; wild wachsende Rosenart mit stark gekrümmten Dornen und duftenden weißen oder rosa Blüten. In der Walachei wurden Zweige der Heckenrose in den Sarg oder ins Grab gelegt, damit ein potentieller Wiedergänger sich darin verfangen und am Heraussteigen gehindert werden sollte.

Hekate
Von den alten Griechen zugleich gefürchtet und verehrte Göttin, Herrin der Geister und Gespenster, Patronin der Hexen und Zauberer. Ihr Namen bedeutet "die ihren Willen tut". Sie wurde oft dreigesichtig oder dreigestaltig dargestellt, so dass sie Wegkreuzungen überblicken konnte. Dass Hekate mit Vampiren und dem Trinken von Blut in Verbindung gebracht wurde, geht vermutlich auf ihre helfende Funktion bei magischen Praktiken und auf die dämonische Natur ihres Gefolges zurück. Ihr zu Gebot standen unheilbringende, zum Teil vamirähnliche Wesen wie die Empusen. Trotz ihrer bedrohlichen Aspekte wurde Hekate während Jahrhunderten besonders vom einfachen Volk verehrt. Sie spielt eine wichtige Rolle als Bindeglied zwischen Hexen-und Vampirglaube.

Hexenhammer
Berühmt-berüchtigtes Werk der Dominikanermönche Heinrich Institoris und Jakob Sprenger, die von Papst Innozenz VIII. als Inquisitoren für Süd -und Norddeutschland eingesetzt worden waren. Das Werk erschien erstmals 1478, wurde noch 28mal gedruckt und diente bis ins 17.Jahrhundert als praktische Anleitung zur Entdeckung, Überführung und Ausrottung angeblicher Hexen und Zauberer. Im Hexenhammer wird das biblische Gebot "Die Zauberin sollst du nicht am Leben lassen" (2.Buch Mose 22, 19) auf eine zutiefst frauenfeindliche und menschenverachtede Art ausgelegt, und die Verfasser haben damit nicht wenig zur Verbreitung des Hexenwahns in Europa beigetragen. Das Buch wurde zum Leitfaden sowohl für katholische wie später auch für protestantische Hexenjäger, und die darin enthaltenen Beschreibungenn vampirischer Aktivitäten führten dazu, dass man Vampire fortan asl eine der gefährlichsten Manifestationen des Teufels hielt.

Hydra
Insel im Ägäischen Meer vor der Ostküste von Argolis, auf der laut Sagen und Berichten besonders viele Vampire gehaust haben sollen. Sie vermehrten sich in so beängstigendem Ausma? dass man sich schließlich mittels gebeten und Exorzismen auf die ferne Insel Santorin verbannte.

 

Ignatius
Christlicher Heiliger und Märtyrer, Bischof von Antiochia, verstorben um 107 n. Chr. in Rom. Sein Fest wird bei den Katholiken am 1. Februar, bei den Griechisch-Orthodoxen im allgemeinen am 20. Dezember begangen. In der Walachei war es Brauch, am Ignatiustag ein Schwein zu schlachten, dessen Fett als vorbeugendes oder abwehrendes Mittel gegen Vampire verwendet wurde.

Ikone
Tabelbild zum sakralen Gebrauch in der orthodoxen Kirche. Es wird mit den dargestellten Figuren (Christus, die Jungfrau Maria, Heilige) identifiziert und besonders verehrt. Ähnlich wie in Mittel- und Westeuropa Kreuz und Kruzifix, wurden Ikonen in Ost- und Südosteuropa als Abwehrmittel gegen Vampire verwendet.

Impundulu
In der östlichen Kapregion Südafrikas dienstbarer Geist einer Hexe, der von der Mutter auf die Tochter vererbt wird. Der Inpundulu erscheint seiner Herrin in Gestalt eines schönen jungen Mannes. Er ist ihr Liebhaber und bringt ihren Feinden Krankheit, Impotenz und Tod. Grausam und unersättlich, saugt er Menschen und Vieh das Blut aus und kann ganze Sippen und deren Herden vernichten. Er wird aber auch seiner Herrin gefährlich, wenn diese versucht ihm Einhalt zu gebieten. Seine Opfer spüren einen stechenden Schmerz im Kopf oder in der Brust, weshalb ihr plötzlicher Tod als "vom Vogel des Himmels" verursacht gilt. Ein nicht direkt weiterverbreiteter Impundulu ist ein Ishologu, d.h. ein herrenloser, aber deshalb nicht minder gefährlicher Dämon.

Inkubus und Sukkubus
Lat. "Auflieger" bzw. "Drunterlieger (-in)" griech. ephialtes/hyphialtes; männlicher bzw. weiblicher Buhlteufel. Nach mitteralterlicher Auffassung sind die bevorzugten Opfer Frauen mit schönem, langem Haar oder kräftige junge Männer. Über eine succuba, die Mittagsdämonin Meridiana, berichtet der englische Kleriker Walter Map in seiner Sammlung De nugis curalium (12.Jahrhundert). Sehr ausführlich werden Inkuben und Sukkuben im Hexenhammer (1478) behandelt. Alp und Mahr entsprechen ihrem Wesen und ihrer Funktion nach diesen drückenden, manchmal auch blutsaugenden Dämonen, die erotische Träume und eine krankhafte Steigerung des Sexualtriebs verursachen. Parallelen zum Vampir bestehen insofern, als sie an der Lebenskraft ihrer Opfer zehren. Der Inkubus kann Kinder zeugen, eine Fähigkeit, die in einigen Regionen Südslawiens auch dem Vampir zugesprochen wird. Der Sprößling eines Inkubus ist ein häßlicher Halbdämon oder ein Wechselbalg, während derjenige eines Vampirs oft auch als Vampirbezwinger gilt. Nach dem Volksglauben schützen Verbene und Johanniskraut vor nächtlichen Heimsuchungen durch Inkuben und Sukkuben.

 

Java
Südlich von Borneo und südöstlich von Sumatra gelegene indonesiche Insel, auf der nicht nur Vampirfledermäuse vorkommen, sondern auch ein als besonders gefährlich geltender weiblicher Vampir die Sunsal Bolong. Sie ist eine Frau, die Selbstmord beging, nachdem sie vergewaltigt und geschwängert wurde. Als Wiedergängerin rächt sie sich nach ihrem Tode, indem sie jungen Männern erscheint, ganz in wei?gekleidet, und ihnen das Blut aussaugt.

Judaskinder
In Südosteuropa galten rothaarige Vampire als Abkömmlinge des (angeblich rothaarigen) Judas Ischariot. Die Judaskinder können ihre Opfer mit einem einzigen Kuss oder Biss töten, wobei sie ein Wundmal in Form von drei Kreuzen hinterlassen, Symbol für dreizig Silberlinge, die Judas als Verräterlohn erhielt.

 

Kalikandsaros
Nach griechischem Volksglauben ein in der Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag geborenes Kind, das seine Eltern verlassen und fast das ganze Jahr über in der Unterwelt leben muss. Nur in den Rauhnächten kehrt es zur Erde zurück, um die Menschen zu plagen. Sein Aussehen variiert von Region zu Region; meist erscheint es mit schwarzem Gesicht, roten Augen, Eselohren und Fangzähnen. Nach seinem Tode verwandelt es sich in einen Vampir. Um zu verhindern, dass ein in der fraglichen Zeit geborenes Kind sich in einen Kalikandsaros   verwandelt, muss man ihm Zehen und Fusssohlen versengen.

Kaschuben
Angehörige eines westslawischen Volksstammes mit eigener Sprache und einer reichen Folklore, in der auch Vampire eine bedeutende Rolle spielen. Der viesc (poln. wieszczy "Hexer") kann aus einem Mensch entstehen, der mit der Eihaut oder mit Zähnen geboren wurde. Nach dem Tod ist er daran zu erkennen, dass sein Gesicht rosig bleibt und das linke Auge sich nicht schließt. Im Grab beginnt der Untote an seinem eigenen Körper zu nagen. Um dies zu verhindern, legt man dem Leichnam einen Ziegelstein unters Kinn oder legt ein Kreuz aus Pappelholz in den Sarg. Ein Netz, Leinsamen oder Sand als Grabbeigabe zwingt den Untoten, die Knoten aufzudröseln bzw. die Körnchen einzusammeln, so dass er nichts Schlimmes anstellen kann. Hilft das nicht, hackt man dem Toten den Kopf ab und legt ihm diesen unter den Arm, bevor man ihn wieder begräbt. Einem Kind, das mit der Eihaut geboren wurde, gibt man diese als vorbeugendes Mittel in pulverisierter Form ein. Werden die genannten Massnahmen unterlassen, kann ein viesc seine ganze Familie mit in den Tod nehmen.

Knoblauch
Zwiebelgewächs, das von alters her als Gewürz- und Arzneipflanze verwendet wird. In vielen Ländern galt Knoblauch als potentes Abwehrmittel gegen die Mächte des Bösen; er ist als Wunderwaffe im Kampf gegen Vampire zum Klischee geworden und gehört als unverzichtbarer Bestandteil in die Ausrüstung jedes Vampirjägers. In China und Malaysia rieb man den Kindern Knoblauchsaft ins Haar, um sie vor Angriffen zu schützen, auf den Philippinen bestrich man sich damit die Achselhöhlen. Die batak Medizinmänner auf Sumatra, benützten Knoblauch, um die Seelen von Besessenen zurückzuholen. In den slawischen Ländern wurden Knoblauchzehen vor Türen und Fenster gehängt, um den Hals getragen oder in Mund, Ohren und Nasenlöcher der Verstorbenen gesteckt, damit kein Dämon in sie eindringen konnte. Vampire, die man gepfählt oder geköpft hatte, träufelte man zur Sicherheit oft auch noch Knoblauchsaft in den Mund.

Kreuzdorn
Auch Hexendorn, Hirschdorn, Wegdorn; Strauch oder kleiner Baum, der in der nördlichn gemäßigten Zone in rund hundert Arten vorkommt. Im antiken Griechenland schützte man die Häuser während des Totenfestes (Anthesterien) mit Kreuzdornzweigen vor herumstreunenden Geistern. Auch die Christen schrieben ihm, da Christi Dornenkrone angeblich aus Kreuzdorn geflochten war, anitdamönische Eigenschaften zu. Die Zweige wurden deshalb auch als Abwehrmittel gegen Vampire verwendet.

Krsnik
Eine Art Schamane in der Volksüberlieferung Istiens und Dalmatiens. Er verkörpert, ähnlich wie der Tálos der Magyaren, den Sieg des Liches über die Mächte der Finsternis, kann also auch Vampire bezwingen. Im Verlauf des Kampfes können die Kontrahenten verschiedene Tiergestalten annehmen (Hengst, Stier, Eber) oder sich ein riesiges Feuerrad verwandeln. Der krsnik bewahrt die Dorfgemeinschaft auch vor Seuchen und Missernten.

Kukuth
Albanische Bezeichnung für Totengeister oder Wiedergänger, welche die personifizierte Pest darstellen. Es sind die unerlösten Seelen von Menschen, die zu Lebzeiten habgierig waren. In einigen Regionen Albaniens findet man die Vorstellung, dass ein Kukuth, je länger er existiert, desto mächtiger, ja unbezwingbar wird. Ein solcher Wiedergänger braucht tagsüber nicht ins Grab zurückzukehren, sondern kann in seinem Haus bleiben oder, wenn er dies vorzieht, Reisen unternehmen, wobei er eist als fahrender Händler auftreten soll.

  

Lamia
Im griechischen Mythos vampirartiges weibliches Gespenst, dessen Namen "Verschlingerin" bedeutet. Manche Lamien wurden auch mit Eigennamen bezeichnet (Akko, Gello, Karko, Mormo). Die erste Lamia soll eine libysche Prinzessin gewesen sein, deren von Zeus empfangene Kinder von der eifersüchtigen Hera getötet wurden. Sie rächte sich dafür, indem sie kleine Kinder raubte und verschlang. Man glaubte, dass die Lamien ihre Augen aus den Höhlen nehmen und nach Opfer ausspähen lassen konnten, während sie selbst schliefen. Meist erschienen sie in Gestalt einer schönen Frau und verführten junge Männer, um ihnen das Blut auszusaugen oder sie zu verzehren. Die Vorstellung der Lamia hat das Bild er Hexe wie auch dasjenige des weiblichen Vampirs im Volksglauben und in der Literatur nachhaltib beeinflußt.

Lampir
In Bosnien gebräuchliche Bezeichnung für Vampir

Langsuir
Fliegender weiblicher Vampir in Malaysia. Er entsteht, wenn eine Frau im Kindbett stirbt oder aus Gram über ein totgeborenes Kind, welches dann ebenfalls zu einem Vampir (pontianak) wird. Innerhalb von vierzig Tagen verwand lt sich die Verstorbene in eine langsuir, ein grün gekleidetes Wesen mit langen Fingernägeln und schwarzem Haar, das ihr bis zu den Fersen reicht. Unter dieser Mähne verbirgt sich eine Öffnung am Nacken, durch die sie Kindern das Blut aussaugt. Die langsuir mag aber auch Fisch, weshalb man ihr und ihren Genossinnen oft an Flüssen und Bächen begegnet. Die Verwandlung in eine lansuir kann verhindert werden, indem man der Leiche Glasperlen in den Mund steckt oder ihr je ein Hühnerei in die Achselhöhlen und Nadeln auf die Handfläche legt. Diese Objekte hindern sie aran, mit Armen und Händn Flugbeegungen auszuführen bzw. den Mund zu öffnen und das für die langsuir typische Geheul von sich zu geben. Ist es jedoch zur Verwandlung gekommen, muss man die langsuir einfangen, ihr die Nägel stutzen und die Nackenöffnung mit den Haaren zustopfen. Sie stellt dann ihre vampirischen Aktivitäten ein und kann wieder ein normales Leben führen, sogar heiraten und Kinder bekommen. Allerdings darf sie niemals tanzen oder an Festen teilnehmen, sonst würde sie unverzüglich wieder zur blutrünstigen Dämonin.

Leichentuch
wenn man Verstorbene in ein weißes Laken gewickelt in den Sarg legte, achtete man früher darauf, dass dieses nicht direkt mit dem Gesicht in Berührung kam. Man befürchtete nämlich, der Tote würde daran kauen und zehren und auf diese weise seine Angehörigen nach sich ziehen. Deshalb drúrften auch keine Kleidungsstücke oder Bänder den Mund des Leichnams berühren. Diese Vorsichtsmassnahme war besonders im Nordosten Deutschlands und in Schlesien verbreitet.

Lilith
Nach der jüdischen Überlieferung die erste Frau Adams. Sie weigerte sich, ihrem Gemahl untertan zu sein (sie wollte beim ehelichen Geschlechtsverkehr nicht unten liegen), lief ihm davon und wurde zur Strafe in eine Nachtdämonin verwandelt, die bis zum Jüngsten Tag ihr Unwesen treiben muss. Ebenso verführerisch wie sexuell unersättlic, saugt sie den Männern Blut, Samen und Lebenskraft aus. Ganz besonders hasst sie Kinder, da ihre eigenen Sprößlinge böse und missgestaltet sind, und mordet Neugeborene.

Lilitu
Sumerische Nachtdämonin, ursprünglich vielleicht eine Personifizierung des Sturmwindes, in die sich Angstvorstellungen von der unersättlichen weiblichen Sexualität mischten. Lilitu schwächten ihre Opfer und "trocknet sie aus", sofern sie sich nicht mit Amuletten und Beschwörungsformeln gegen ihre Verführungskünste wappnen.

Magie
Rituale, Zauberformeln, Beschwörungen usw., die auf die Natur oder auf künftige Ereignisse einwirken sollen. Es gibt traditionell zwei Arten der Magie, eine gute (weiße oder Magie der rechten Hand) und eine böse (schwarze oder Magie der linken Hand). Da bei vielen magischen Praktiken Blut verwendet wird, ist Magie von alters her mit dem Vampirglauben verbunden. Im Mittelalter herrschte die Vorstellung, Hexen und Zauberer stünden mit dem Teufel im Bunde, wodurch sie über den Tod hinaus weiterexistieren und Böses tun könnten

Mahr
Auch Mahrt; ältere Bezeichnung für den Alp. Der Mahr ist ein Wesen, das schlafende Menschen plagt, ihnen das Blut aussaugt oder sie sogar zu Tode drückt; im allgemeinen stellte man es sich als weiblich vor. Die Herkunft des Wortes ist nicht restlos geklärt; vermutlich stammt es von indgermanischen mer für "drücken, zerstossen, töten". Andere Ableitungen sind skand. mara oder maere, slaw.mora, engl. nightmare, frz. cauchemar. Wohl aufgrund sprachlicher Assoziationen wurde der Mahr häufig in Gestalt eines Pferdes (Mähre) oder Marders dargestellt. Im Volksglauben galt der Marder als "Seelentier", das Pferd war Opfer- und Orakeltier, oft auch Unglücksbringer. Die Mistel wurde Mahrennest genannt, da man sich vorstellte, Mahre würde die betroffenen Bäume "reiten".

Mandurugo
Philippinische Vampirspezies, die besonders in der Region um Capiz (Roxas) vorkommen soll. Es heißt, die Mandurugo erscheine tagsüber als schöne Frau, die Männer verführe, manchmal sogar zur Ehe. Falls sie nicht nächterlicherweile das Blut ihres Gatten trinkt, macht sie sich fliegend auf die Suche nach anderen Opfern. Beim ersten Hahnenschrei kehrt sie nach Hause zurück und verwandelt sich wieder in einen Menschen.

Masan
Nach indischer Volksüberlieferung eine bösartige Wiedergängerspezies, deren bevorzugte Opfer Kinder sind. Masan (m.) und Masani (w.) sind die umherirrenden Seelen Verstorbener der niedrigen Kasten oder von Kindern, sie treiben sich nachts an Verbrennungs- und Begräbnisstätten herum. Läßt eine Frau ihren Sari am Boden nachschleifen, so folgen sie ihr nach Hause und verursachen schlimme Krankheiten, wobei die Betroffenen grün, rot und gelb werden und langsam dahinsiechen.

Mulo
Bei den Roma Bezeichnung für einen mehr oder weniger bösartigen Untoten, wobei zwischen dem "schwarzen" (kalo) und dem "weißen" (parno) unterschieden wird. Er entsteht, wenn ein Mensch eines unnatürlichen Todes stirbt oder nicht mit den üblichen Ritualen bestattet wird. Seine Merkmale sind von Region zu Region verschieden. Er kann unsichtbar sein oder wie ein normaler Mensch aussehen, dem aber Finger oder Zehen fehlen oder durch Klauen ersetzt sind; er kann hellblondes oder rotes Haar haben oder in Gestalt eines Wolfes erscheinen. In den Sagen wird häufig der unersättliche Liebeshunger des Mulo erwähnt. Zeugt er mit einer Lebenden ein Kind, wird aus diesem ein Dhampir.

Nabeshima, Katze von
Japanischer Vampirdämon in Katzengestalt, der nach der Legende den einem alten Samuraigeschlecht entstammenden Prinzen Hizen zu töten versuchte. Die Vampirkatze erwürgte seine Konkubine O Toyo, schlüpfte in ihren Leib und verbrachte die folgenden Nächte mit dem Prinzen. Hizen erkrankte schwer, und man fürchtete um sein Leben. Einer seiner Soldaten, Ito Soda, bat schließlich um Erlaubnis, bei Hizen zu wachen. Eines Nachts sah er, wie eine schöne junge Frau das Gemach betrat. Sie versuchte, Ito zu betäuben, das das gelang ihr nicht, und so mußte sie den Prinz in Ruhe lassen. Dem ging es tags darauf endlich besser. Ito, überzeugt, dass o Toyo ein Vampir sei, wollte sie töten, aber da verwandelte sich die Frau wieder in eine Katze und floh in die Berge. Sie richtete viel Unheil an, bevor der Prinz und seine Mannen sie endlich zur Strecke brachten. Sie soll letzmals im Jahre 1929 gesichtet worden sein.

Nekrophagie
Bezeichnung für das Verzehren von Leichen oder Leichenteilen. Im Unterschied zum Kannabilismus (Anthropophagie) handelt es sich um ein individuelles, krankhaftes Phänomen, das manchmal nur auf bestimmte Körperteile gerichtet ist. Nekrophagie wird häufig bei Psychopathen beobachtet, die ihre (lebenden oder toten) Opfer sexuell missbrauchen, verstümmeln und verzehren und von denen manche als "reale Vampire" in die Kriminalgeschichte eingegangen sind.

Nekrophilie
"Leichenliebe", im engeren Sinne eine sexuelle Perversion, die sin in einem krankhaften Zwang zum Geschlechtsverkehr micht Toten manifiziert. Diese Veranlagung tritt fast nur bei Männern auf, oft in Verbindung mit Nekrophagie und Nekrosadismus.

Neuntöter
Nach deutscher Überlieferung Kinder, die mit Zähnen geboren werden. Sie müssen schon bald sterben und werden Nchzehrer, sofern man dem Leichnam nicht eine Zitrone in den Mund legt oder den Kopf abschlägt. Der Name rührt von der Vorstellung her, dass sie ihre neun nächsten Angehörigen in den Tod nachzieht.

Nosferatu
Rum. "Untoter", bezeichnet insbesondere einen Vampir, der aus dem unehelichen Sprößling ebenfalls unehelich geborener Eltern entsteht. Dieser hat es in erster Linie auf Jungverheiratete abgesehen: Er macht den Mann impotent und die Frau unfruchtbar. Er liebt es, wilde Orgien mit Lebenden zu feiern und kann Kinder zeugen, die behaart zur Welt kommen und sich später in Moroi verwandeln.

Obayifo
Vampir beim Stammesvolk der Aschanti in Westafrika (Goldküste). Die Obayifo können fliegen und verlassen nachts ihren menschlichen Körper, um Kindern das Blut auszusaugen, worauf diese eines langsamen, qualvollen Todes sterben müssen. Sie saugen auch Pflanzen den Saft aush und vernichten dadurch ganze Ernten. Der Name leitet sich vom Aschanti-Wort bayi (Zauberei) ab.

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Geweihtes Öl, wie es in der römisch-katholischen Kirche bei der Spendung von Sakramenten und der Pristerweihe verwendet wird, galt als wirksame Waffe im Kampf gegen Untote. Manchen Berichten zufolge salbten Prister den Dolch oder Pfahl, mit dem ein Vampir vernichtet werden sollte, zuvor mit dem geweihtem Öl. Viele Vampirjäger zogen allerdings Weihwasser vor, weil es leichter zu beschaffen war. In Griechenland go?man siedendes Öl über die exhuminierte Leiche eines Wiedergängers oder über sein Grab. Damit war die Erde gewissermassen gegen alles Böse "versiegelt".

Oni
In dem an monströsen Kreaturen reichen Pandämonium des alten Japan ein besonders gefürchtetes, extrm verwandlungsfähiges vampirisches Wesen, das Menschen überfällt, um ihen das Blut auszusaugen oder sie ganz zu verschlingen. Zwar wird auch von männlichen oni berichtet, doch weitaus häufiger machen sich diese in der Gestalt einer schönen Frau an junge Männer heran. ERst im letzten Augenblick zeigen sie dann ihre wahre Natur und verwandeln sich in Scheusale mit langem Strubbelhaar und blutroter Fratze.

Penanggalan
Malaysischer Vampir, stets weiblich und überaus gräßlich anzusehen. Sie besteht nur aus einem Kopf, ab dem, in der Dunkelheit phosphorizierend, Eingeweide baumeln. Die penanggalan fliegt nachts herum auf der Suche nach Opfern, denen sie Blut aussaugen kann. Sie hat es besonders auf kleine Kinder und gebärende Frauen abgesehen, aber auch Männer sind vor ihren Nachstellungen nicht sicher. Nach der Legende ist die Penanggalan der Geist einer im Kindbett Verstorbenen, einer anderen Version zufolge derjenige einer Frau, die von einem Mann bei einer rituellen Bussübung überrascht wurde, worauf sie sich den Kopf von den Schultern und die Eingeweide aus dem Leib riss und davonflog. Das von der Penanggalan herabtropfende Blut soll schlimme Wunden verursachen. Zum Schutz der Gebärenden wurden die Hauswände mit dornigen Zweigen versehen, damit die Unholdin sich darin verfing, bis der Morgen graute und sie ihre Macht verlor.

Pfählen
Hölzerne Phähle oder Pflöcke, vor allem aus Esche, Espe, Wacholder, Kreuz-, Wei? oder Schwarzdorn. Sie galten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa als die Wunderwaffe gegen Vampire. Ein Pfahl, mit dem spitzen Ende zur Leiche im Sarg angebracht oder in den Grabhügel gerammt, sollte dem Entstehen eines Vampirs vorbeugen oder ihn daran hindern, das Grab zu verlassen. In manchen Regionen gebrauchte man zu diesem Zweck auch Dornenzweige oder schlug lange Nägel in den Kopf oder in die Brust des Toten. Die am häufigsten praktizierte Methode aber war das Pfählen, manchmal in Verbindung mit Enthauptung und Verbrennung. Dabei wurde dem verdächtigen Leichnam mit dem Hammer ein zugespitzer Pfahl ins Herz getrieben. In Russland galt die Regel, dass dies mit einem einzigen Schlag bewerkstelligt werden muss.

Polong
Malayischer "Flaschenvampir", der von böswilligen Menschen benutzt wird, um Krankheit und Tod zu bringen. Dazu füllen sie, bestimmte Beschwörungsformeln reztierend, eine Flasche mit dem Blut eines Ermordeten. Wenig später beginnt es in der Flasche zu zirpen, worauf der Herr des Polong sich in den Finger schneidet, diesen durch den Flaschenhals steckt und seine Kreatur daran saugen läßt, bis sie stark genug ist, um auf die Leute losgelassen zu werden. Der Polong hat einen Kollegen, den Pelesit, der ihm bei seinen Untaten behilflich ist, indem er in das anvisierte Opfer eindringt und es wahnsinnig macht. Dass jemand durch eine Polong ermordet wurde, erkennt man an dem vielen Blut, das aus dem Mund des Toten quilt. Einen Polong unschädlich zu machen ist schwierig, da man dazu den Namen seines Herrn in Erfahrung bringen muss. Gelingt dies, kann das kaum fingergroße, aber äußerst aggressive Wesen wieder in die Flasche gebannt oder vernichtet werden.

Pontianak
Totgeborenes Kind eins weiblichen Vampirs in Malaysia, der Langsuir. Wenn es sich nicht in einen Blutsauger verwandeln soll, muss es unter speziellen Vorsichtsmassnahmen begraben werden: Man legt ihm je ein Hühnerei in die Achselhöhlen, durchbohrt die Handflächen mit Nadeln und füllt den Mund mit Glasperlen. Eine Beschwörungsformel soll seine Seele zur Ruhe kommen lassen.

Preta
Inische Totengeister, die man sich als winige, traurig aussehende Geschöpfe vorstellt, nämlich unerlöste, daseinshunrige Seelen körperlich deformierter oder totgeborener Kinder. Sie müssen nach der Bestattung ein Jahr lang ruhelos herumirren und dürfen wegen eines von Veruna, der Gottheit des Wassers, über sie ausgesprochenen Bannspruches kein Wasser trinken. Die ländliche Bevölkerung pflegte die Preta mit Essen und Trinken zu versorgen, um sie milde zu stimmen und um zu verhindern, dass sie sich in bösartige Bhuta verwandelten. Zu diesem Zweck füllt man Milch in Gefäße, die mit kleinen Löchern versehen sind, und hängt sie auf. Die preta, welche die Erde nicht berühren dürfen, können die herabtropfende Flüssigkeit im Flug auffangen.

Quinn, Seabury
Amerikanischer Schriftsteller (1889-1969), der zwischen 1923 und 1952 gegen 150 Beiträge für die Zeitschrift Weird Tales schrieb, darunter zahlreiche Werwolf- und Vampirgeschichten.

Rakshasa
Bezeichnung für gefürchtete indische Dämonen, die angeblich in der Nähe von Verbrennungs- und Begräbnisplätzen oder auf Bäumen hausen, Menschenfleisch verzehren, Seuchen verursachen und, in ihrer weiblichen Form, besonders Schwangeren gefährlich werden. Rakshasa sollen aus Menschen entstehen, die sich dazu verleiten ließen, von einem menschlichen Hirn zu essen. Darstellungen zeigen sie als scheußliche Wesen mit Fangzähnen, blauem Hals und blutverklebtem Strubbelhaar.

Ramanga
Eine Art lebender Vampir beim Stamme der Betsileo auf Madagaskar. Als Ramanga bezeichnete man Menschen, die außerhalb der Gemeinschaft leben und unreine Arbeit verrichten müßten. Dazu gehörte das Verzehren von abgeschnittenen Finger- und Zehennägeln sowie Blut, das etwa bei einem chirurgischen Eingriff von ranghohen Stammesangehörigen vergossen wurde. War kein ramanga zur Stelle, so wurden Nägel und Blut sorgfältig bis zu seiner Rückkehr aufbewahrt.

Sanguisuga
Lat. "Blutegel" bzw.
"Blutsauger". Übersetzung des biblischen Begriffs aluka (Sprüche Salomos 30, 15). Er erscheint im 18. Jahrhundert in diversen Vampirtraktaten.

Satan
Inbegriff des Bösen, nach Meinung zahlreicher Theologen des Mittelalters auch Erschaffer der bösartigen Wiedergänger. Dieses Konzept wurde im 17. und 18. Jahrhundert zumindest teilweise von verschiedenen Vampirsachverständigen übernommen, auch wenn sie sich im übrigen um rationale Erklärungen bemühten.

Shtria
Im 12./13. Jahrhundert bei den in Mitteleuropa lebenden Juden Bezeichnung für eine fliegende, blutsaugende Dämonin in der Art der Lamia. Der Name leitet sich wahrscheinlich von lat. strix (Hexe) ab. Die Shtria raubt und tötet auf ihren nächtlichen Beutezügen Kleinkinder. Tagsüber kann sie menschliche Gestalt annehmen. Wird sie von einem Menschen erblickt, muss sie, um ihre Macht nicht zu verlieren, etwas Brot und Salz aus dem Besitz des Betreffenden essen. Als verräterisches Zeichen galt es, wenn bei einer Verstorbenen der Mund offen blieb. Um zu verhindern, dass sie sich in eine Shtria verwandle, füllte man ihn mit Erde.

Siebenter Sohn
In Rumänien glaubte man, dass ein Knabe, der als siebenter Sohn einer Familie geboren wurde, sich nach dem Tod in einen Vampir verwandeln werde. Der siebente Sohn eines siebenten Sohnes war bei der Geburt an einem Ringelschwänzchen zu erkennen. Diese Vorstellung steht im Widerspruch zur gällischen und englischen Volkstradition, wnach der siebente Sohn oder auch jedes siebente Kind über besondre Gaben wie Heilkräfte oder das zweite Gesicht verfügt.

Stregone benefico
Italienische Bezeichnung für einen guten Magier oder Schamanen, der den Sterblichen im Kampf gegen bösartige Untote beisteht. Dieser Name war auch in Istrien bekannt.

Strigoi
In Rumänien der echt, d.h. untote Vampir im Gegensatz zum (noch) lebenden Moroi. Die Entstehungsursachen sind äußerst vielfälltig und reichen von schicksalshafen Faktoren wie etwa denen, schon im Mutterleib vom Blick eines Vampirs getroffen, als siebenter Sohn oder mit Eihaut geboren zu erden, bis hin zu beser steuerbaren: schlechter Lebenswandel, Selbstmord, Ledigbleiben. Leichname, die im Begriff sind sich in einen Strigoi bzw. eine Strigoica zu verwandeln, sind an ihrem weitgeöffneten linken Auge zu erkennen. Um diese Verwandlung zu verhindern, wendete man verschiedene Verfahren an: Man stie?den Toten eine Sichel ins Herz, steckte neun Spindeln auf den Grabhügel und achtete vor allem darauf, dass die beim Begräbnis verwendeten Stricke nicht etwa einem Hexenmeister in die Hände fielen. Zu den gängigen Abwehrmitteln gehörte ein spezieller Wein. Von den Strigoi hie?es, sie hätten blaue Augen und rotes Haar sowie zwei Herzen.

 

Talamaur
Ein Art Vampir auf den Banks-Inseln. Die Talamaour fügen den Lebenden Schaden zu, indem sie sich Verstorbene gefügig machen. Sie können auch ihre eigene Seele aussenden, um sich die in noch unbestattenen Toten vorhandene Lebensessenz anzueignen, was an kratzenden und raschelnden Geräuschen in der Nähe des Leichnams zu erkennen ist. Wird jemand verdächtigt, ein Talamaur zu sein, muss er so lange den Rauch brennender Blätter einatmen, bis er die Namen seiner dienstbaren Geister und potentiellen Opfer preisgibt.

Tierhaut
In einigen Regionen Südslawiens, vor allem bei den Roma, war der Glaube verbreitet, Vampirblut verursache Wahnsinn. Es galt also zu vermeiden, mit solchen Blut in Kontakt zu kommen. Deshalb wurden Gräber, in denen man einen Vampir vermutete, mit einer Tierhaut bedeckt und mit Keilen gespickt, oder man hüllte den Leichnam des Vampirs in eine Tierhaut, damit ja kein Blut auf die Umstehenden spritze, wenn man ihm einen Pfahl durch die Brust trieb.

Totenmünze
Im griechischen Mythos müssen die Verstorbenen auf ihrem Weg in die Unterwelt den Fluss Styx überqueren; Charon, der Fährmann, verlangt für seinen Dienst einen Obolus. Darin wurzelt der Brauch, Toten eine Münze als "Fährgeld" mitzugeben. Nch volkstümlicher Auffassung können böse Geister durch den Mund des Leichnams eindringen und sich seiner bemächtigen, oder der Tote beginnt am Leichentuch oder an seiner Kleidung zu kauen und zieht dadurch seine Angehörigen mit sich. Um dies zu verhindern, muss man ihm Erde, Kieselsteine oder andere Gegenstände wie eine Münze (Zehrpfennig) in den Mund legen. Dieser in Skandinavien und Mitteleuropa verbreitete Brauch geht vielleicht auf die germanische Tradition des "Totenteils" zurück: Der Verstorbene hatte Anrecht auf ein Drittel seines beweglichen Besitzes, der ihm die Weiterexistensz im Totenreich ermöglichen sollte.

Türschwelle
Traditionsgemäß können Vampire ein Haus nur dann betreten, wenn sie von den Bewohnern ausdrücklich dazu aufgefordert werden. Die Bedeutung von Haustür und Schwelle geht vermutlich auf die bereits in den altnordischen Sagen belegten Vorstellung zurück, wonach Verstorbene durch ein Loch in der Wand oder unter der Schwelle hindurch aus dem Haus getragen werden müssen, damit ihnen die Rückkehr verwehrt ist. Im Christentum entwickelte sich später die Auffassung, der Teufel kehre nur dort ein, wo er willkommen sei.

Unverweslichkeit
Laut Quellentexten ein charakteristisches Merkmal der Untoten, deren Körper bis zur endgültigen Vernichtung den natürlichen Prozessen nicht unterworfen sind. Die kirchliche Doktrin unterschied zwei Arten von Unverweslichkeit: zum einen die der Heiligen, zum anderen die der gewöhnlichen Leute. Bei letzteren wurde die Unverweslichkeit auf das Wirken Satans zurückgeführt. Auch exkommunizierte Verstorbene galten als unverweslich und deren Körper als Gefäß und Instrument des Bösen. Seit dem 18. Jahrhundert versuchten Wissenschaftler und Pseudowissenschaftler, das Phänomen zunindest teilweise mit natürlichen Ursachen zu erklären.

Utuku
Sumerisch Udug; bei den Babyloniern Beizeichung für einen Dämon oder den Geist eines Verstorbenen, der die Lebenden quält. Er weist ähnliche Merkmale wie der Etemmu auf, wird aber als nicht so bösartig geschildert.

 

Vampirismus
Die Eigenschaft, ein Vampir zu sein, bzw. der Drang, Lebenden das Blut bzw. die physische oder psychische Energie zu entziehen mit dem Ziel, die eigene Existenz über den Tod hinaus zu verlängern. Der Begriff wird nicht nur auf den traditionellen Blutsauger angewendet, sondern auch auf parasitäre Wesen, die ihre Lebens- und Machtgier auf Kosten anderer befriedigen. Sexuell motivierter Vampirismus ist kein ungewöhnliches Phänomen. In der Literatur weniger oft erwähnt und weniger klar definiert, obwohl für die Gesellschaft mit schlimmeren Folgen verbunden, werden die Formen des politischen und sozialen Vampirismus.

Vilen
In der slawischen Volksüberlieferung Luft- oder Waldgeister, die auch als männliche (vilenik), meist aber als weibliche Wesen von schöner Gestalt mit langen blonden Haaren erscheinen. Sie tanzen des Nachts ihre Reigen, sind heilkundig und den Menschen wohlgesinnt, können sich aber auch grausam rächen, wenn man ihnen nicht gehorcht oder sie beim Tanzen stört. Sie stehlen kleine Kinder und lassen an deren Stelle Wechselbälge zurück. In der Slowakei galten die vilen als Seelen jener Bräute, die vor der Hochzeit starben und deshalb im Grab keine Ruhe finden. Wer in den Bannkreis dieser Wiedergängerinnen gerät, wird zu Tode getanzt.

Vîrcolac
Nach rumänischer Überlieferung ein Werwolf, der wie der alganische Lugat die Gestirne "auffrisst", d.h. eine Sonnen- oder Mondfinsternis bewirkt, wenn er in tiefen Schlaf verfällt und sein Geist über das Firmament wandert. Er entsteht aus einem ungetauften verstorbenen oder von Gott verfluchten Kind, aber auch dann, wenn man einen Kochlöffel ins Herdfeuer legt oder beim Reinemachen Staub und Schmutz in Richtung der untergehenden Sonne fegt. Spinnt eine Frau um Mitternacht im Dunkeln, kann der Vîrcolac auf dem Faden, solange dieser nicht reißt, an jeden beliebigen Ort gelangen.

 

Wales
Ehemals unabhängiges, im 16. Jahrhundert mit England vereinigtes Fürstentum. In einer walisischen Sage ist von einem höchst merkwürdigen Vampir die Rede. Nämlich von einem bltsaugenden Möbelstück. Ein Geistlicher, der bei einer Bauernfamiie zu besuch war, soll sich auf einen Lehnstuhl gesetzt haben, der ihm Bisswunden an Armen und Beinen beibrachte. Es hie? der frühere Besitzer des Stuhls habe sich als Wiedergänger diese ungewöhnliche Erscheinungsform ausgesucht, um Sterbliche zu plagen.

Weiße Frau
In zahlreichen deutschen Sagen erwähnte Wiedergängerin, die stets ein langes weißes Gewand trägt. Wei?ist die alte Todes- und Trauerfarbe, und so kündigt das Erscheinen dieser Gestalt - nachts oder zur Mittagsstunde - einen Todesfall oder ein anderes Unglück an. Die Weiße Frau gehört zu jenen Wiedergängerinnen, die im Grab keine Ruhe finden, weil ihnen Unrecht geschah und sie sich dafür rächten; in der Regel wurden sie vom Ehemann oder Liebhaber verlassen und töteten aus Verzweiflung ihre Kinder. Besonders häufig sollen sich Weiße Frauen, meist als schuldbeladene Ahnfrauen des betreffenden Geschlechts, in fürstlichen Schlössern gezeigt haben. Die erste schriftliche Erwähnung einer adligen Unheilsbotin findet sich in einer Chronik aus dem 16. Jahrhunders Darin wird von der Gräfin Agnes von Orlamünde berichtet, die auf der Plassenburg umging.

Wodu
Geheimkult auf Haiti, ein mit Elementen des römisch-katholischen Glaubens durchsetztes Amalgam von ursprünglich aus Westafrika stammenden Ritualen. Die Wodu-Adepten praktiziern verschiedene Formen der Magie udn Nekrmomantie (Totenbeschwörung), in denen Blut eine wichtige Rolle spielt. Die angeblich von ihnen erschaffenen als Werkzeug benutzten Zombies werden von einigen Vampirologen als eine Abart des Vampirs betrachtet.

X.L.
Pseudonym des englischen Schriftstellers Julian Osgood Field (?928), Autor einer Vampirerzählung mit dem Titel "A kiss of Judas" (1893). Sie erschien erstmals in der Londoner Pall Mall Gazette, 1894 dann in einem Sammelband mit dem Titel Aut Diabolus aug nihil. Die Erzählung handelt von einem Vampirclan, dessen Mitglieder sich "Judaskinder" nennen und dessen Opfer alle das Zeichen XXX am Hals aufweisen. Wer in den Clan aufgenommen werden möchte, muss Selbstmord begehen und einen Pakt mit dem Teufel schließen; dieser verleiht ihm dann eine für die Verführung und Tötung des jeweiligen Opfers geeignete Gestalt.

 

Yarbro, Chelsea Quinn
Amerikanische Schriftstellerin (?942), Verfasserin mehrerer Romane mit dem aristokratischen Blutsauger Comte Rokoczy de Saint-Germain als Protagonisten. Saint-Germain, ein uralter, ebenso weiser wie charmanter Vampir, reist kreuz und quer durch die Weltgeschichte und erlebt zahllose Abenteuer, deren Reiz für den Leser nicht zuletzt in Yarbos Liebe zum historischen Detail besteht.

 

Zitrone
In Deutschland, vor allem in Sachsen, pflegte man Leichnamen, die des "Nachzehrens" verdächtigt wurden, eine Zitrone zwischen die Zähne zu legen. Vielleicht geschah dies in der Meinung, einem Toten, dem man "Saures gebe" würde der Appetit vergehen...

Zmeu
Rümanisches Wort, das einen Drachen oder Ungeheuer bezeichnet. In der Moldau verstand man unter einem zmeu ein vampir- und alpähnliches Gespenst, das des Nachts als züngelnde Flamme in Schlafkammern eindringt und sich in einen Mann verwandelt, um junge Mädchen oder einsame Witwen zu verführen. Der Zmeu macht sich aber auch in weiblicher Gestalt an Hirten heran mit dem Versprechen, die Herde zu besonders fetten Weidegründen zu führen, wenn sie ihm zu Willen seien. Wer auf dem Pfad der Tugend bleiben will, kann sich mit einer Mischung aus Knoblauch, Schöllkraut und Kerzenwachs vor der Nachstellung schützen.

Zombie
Ein Wort afrikanischen Ursprungs, das in der Zeit des Sklavenhandels in den karibischen Raum gelangte. Ursprünglich wer es der Name eines Schlangengottes in Westafrika. Im Wodu-Kult bezeichnet es einen Toten, der durch Zauberei wiedererweckt und zum willenlosen Werkzeug eines Magiers gemacht wird. Von den Zombies heißt es, sie seien stumm und benötigten kein Blut, um existieren zu können. Weil sie angeblich Menschenfleisch verzehren, werden sie jedoch von manchen Vampirologen zur Kategorie der Vampire oder Ghule gezählt.

 

 



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